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Biomedizinische Ansätze – ein MUSS in der Autismustherapie


Vor rund sieben Jahrzehnten wurden bestimmte Störungen, die Menschen im Kindesalter entwickeln, zum ersten Mal als Autismus definiert, obwohl die beiden ‚Entdecker’ Leo Kanner und Kurt Asperger zwei auf den ersten Blick unterschiedliche Gruppen von Menschen beschrieben haben. Obwohl die einen ein Leben lang nie sprechen lernen und eher wie schwer geistig behindert wirken, so machen die anderen vielmehr den Eindruck eines eigentlich gesunden Menschen mit einigen gravierenden Verhaltensauffälligkeiten. Die Gemeinsamkeiten der beiden Gruppen waren – zumindest für Außenstehende – nur auf den zweiten Blick erkennbar.

Diese psychische Störung, von vielen sogar als seelische Behinderung bezeichnet, versuchte man viele Jahre lang mit psychologischen Ansätzen zu behandeln. Obwohl die Erfolge gering bis nicht wahrnehmbar waren, so hielten viele Fachleute an diesem Dogma lange Jahre fest, auch nachdem der US-Amerikaner Carl Delacato einen ganz anderen Erklärungsansatz publiziert hatte: Diesen Menschen fehlt die Fähigkeit, ihre Wahrnehmungen richtig zu verarbeiten, was dazu führt, dass sie tagaus tagein mit dem Terror der Sinne und dem Chaos im Kopf zu kämpfen haben, was ihre Verhaltensauffälligkeiten erklärt.

Wie gesagt, es dauerte viele Jahre, bis sich Delacatos Thesen mehr oder weniger auch in der Fachwelt durchsetzten, sodass diese Annahmen Einfluss in die Therapie autistisch behinderter Menschen fanden. Damit konnten erhebliche Fortschritte verzeichnet werden, doch der Durchbruch blieb verwehrt.

Ende des letzten Jahrtausends, also noch vor dem Jahr 2000, sorgten dann plötzlich zwei Berichte aus den USA für Aufsehen, weil unabhängig voneinander und sogar auf verschiedene Art und Weisen zwei junge Kinder ihre autistischen Symptome verloren. Die einzige Gemeinsamkeit war die, dass die Behandlung, die die beiden Jungen erfuhren, nicht dem Gehirn, sondern dem Verdauungsapparat galt, was alle bisher geltenden Thesen einfach auf den Kopf stellte. Autismus, die schwere Behinderung, die sich auf das Gehirn der Betroffenen auswirkt, entsteht also im Bauch bzw. im Darm?

Das war die Geburtsstunde neuer, ganz anderer Therapieansätze in der Behandlung autistisch behinderter Menschen, die im Laufe der Zeit überall als Biomedizinische Therapieansätze bezeichnet wurde. Kaum ein anderer Therapieansatz spaltet die Autismus-Gemeinde mehr als die so genannte Biomedizin: Während die einen darauf schwören, halten die anderen dies für blanken Unsinn.

Was kann Biomedizin leisten? Ganz viel bei ganz jungen Kindern bis hin zu wenig beachtenswerten Verhaltensveränderungen bei Jugendlichen oder Erwachsenen mit Autismus. Der Grund dafür dürfte sein, dass die Biomedizin Faktoren beseitigt oder zumindest mildert, die die gesunde Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen. Und wenn diese Entwicklung eben schon abgeschlossen ist, dann ist es oft zu spät.

Dabei wird aber übersehen, dass gerade bei schwer autistisch behinderten Menschen, die sich kaum artikulieren können, andere Beschwerden gerne übersehen oder nicht wahrgenommen werden, weil der Fokus allein auf den Autismus gerichtet ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle oder zumindest der überwiegende Anteil autistisch behinderter Menschen, mehr oder weniger an Störungen im Immunsystem und/oder Verdauungstrakt leidet, ist aufgrund der bisher veröffentlichten Berichte sehr groß. Da aber nicht sein kann, was nicht sein darf, werden auch heute noch viele autistisch Behinderte hinsichtlich des Vorhandenseins solcher Störungen immer noch nicht oder nicht richtig untersucht.

Es gibt zahlreiche biomedizinische Ansätze, die mitnichten miteinander konkurrieren, denn allen, die sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigt haben, wurde klar, dass kein einzelner Ansatz wirklich helfen kann (von weniger Ausnahmen einmal abgesehen), sondern dass es der individuell richtigen Kombination der Ansätze bedarf.

Lassen Sie sich deshalb von der Vielzahl der Ansätze nicht beirren und suchen Sie sich auf keinen Fall irgend einen passenden Ansatz aus: Sie haben alle ihre Berechtigung.
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