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Erkenntnisse aus der Entdeckung „Sekretin“

Zum ersten Mal führt eindrucksvoll eine Spur in den Darm


Für alle die, die gehofft hatten, dass irgendwann ein Wundermittel gefunden werden würde, welches wirksam gegen Autismus sei, war die Entdeckung von Sekretin in der Behandlung von Autismus eine sehr gute Nachricht. Und dann folgte die Ernüchterung und alle Skeptiker waren darin bestätigt, dass es erwiesen sei, dass Autismus nun mal unheilbar sei.

Trotzdem kann man aus den Ereignissen ganz viele Erkenntnisse ziehen. Mit der Entdeckung von Sekretin als Möglichkeit der Behandlung von autistisch Behinderten führte doch zum ersten Mal auf der Suche nach den Ursachen des Autismus die Spur in Richtung des Immun- und Verdauungssystems. Zwar gab es auch vorher schon etliche Hinweise darauf, die aber lange nicht so eindrucksvoll einen Hinweis darauf gaben, wo die Therapie insbesondere ansetzen muss.

Dass die Fachwelt von dieser Entdeckung überrascht war und anfangs noch keinen Plan hatte, wie damit umzugehen wäre, ist verständlich. Der Kinderarzt Dr. Sidney Baker, der zur DAN!-Gruppe gehörte, begann immerhin damit, Erfahrungsberichte auf seiner Website zu veröffentlichen. Dabei gab es eine Reihe von sehr positiven Erfolgsmeldungen, aber etwa genau so viele Enttäuschungen.

Dann wurden die ersten Studien gemacht, wobei der Auftrag zunächst der war, festzustellen, ob die Therapie schädliche Nebenwirkungen haben könnte. An der ersten Studie, von der das ARRI berichtete, nahmen 34 autistisch behinderte Kinder teil, die jeweils zwei Sekretin-Infusionen erhielten. Wie bereits erwähnt, ging es in erster Linie nur um die Sicherheit. Immerhin wurde von 4 der 34 Kinder berichtet, dass bei ihnen erhebliche Verbesserungen in der Kontaktfreudigkeit beobachtet werden konnten. 4 von 34 ist keine gute Quote.

Gerade aber bei diesen 4 Kindern wurde festgestellt, dass bei ihnen zuvor ein niedriger Sekretin-Spiegel zu beobachten war und dass bei ihnen Gliadin-Antikörper (IgG) feststellt werden konnten. Gliadin-Antikörper sind Antikörper, die gegen spezielle Eiweißstrukturen im Getreide gerichtet sind. Sie treten zum Beispiel bei Zöliakie und anderen Autoimmunerkrankungen, vor allem bei gastrointestinalen Erkrankungen wie Morbus Crohn zum Beispiel, auf. Nochmals: Gerade diese 4 Kinder zeigten Verbesserungen im Verhalten.

Auch K. Horvath und Kollegen führten eine placebokontrollierte Doppel-Blind-Studie durch. Sie untersuchten dabei die Durchlässigkeit des Darms autistisch behinderter Kinder und die Veränderungen, die auf eine einzelne Sekretin-Infusion auftraten. 76 % der Kinder zeigten eine abnormal hohe Durchlässigkeit des Darms. Nach einer einzelnen Sekretin-Infusion wurde mittels Urin-Test bei den 20 Kindern festgestellt, dass bei 13 dieser hohe Wert der Damdurchlässigkeit signifikant abgenommen habe. Horvath referierte am 23./24. März 2002 in Paris ausführlich darüber auf einer Autismus-Fachtagung.

Es waren bedauerlicherweise nur ganz wenige Wissenschaftler und/oder Fachleute, die das Ergebnis der Studien positiv sahen, nämlich dass sich neue Spuren aufgetan hatten, die man verfolgen kann. Daran hat sich bis heute bedauerlicherweise wenig geändert, zumindest hier in Deutschland.