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Bernard Rimland und das ARI

Wenn Sie Websites von US-amerikanischen Organisationen oder Vereinigungen besuchen, die sich mit Autismus beschäftigen, dann werden Sie feststellen, dass sich in den USA Jahr für Jahr biomedizinische Ansätze besser etablieren. Ich nenne dabei beispielhaft die Websites des in San Diego (USA) beheimateten Autism Research Institute (abgekürzt ARI, zu Deutsch: Autismus-Forschungsinstitut). Um zu verstehen, warum dies so ist, wäre es vielleicht hilfreich, sich etwas mit dessen Geschichte zu beschäftigen.

Das ARI wurde von dem Psychologen Dr. Bernard Rimland (geboren am 15.11.1928, gestorben am 21.11.2006) gegründet. Rimland war nicht nur aufgrund seines Berufes ein Fachmann, sondern er war einer von uns, denn sein im Jahr 1956 geborener Sohn Mark wurde im Alter von 2 Jahren als autistisch diagnostiziert.

Die Theorie der gefühllosen „Kühlschrankmütter“, die schuld am Autismus ihrer Kinder seien, habe Rimland, gerade weil er selbst Betroffener war, dazu bewogen, sich fortan der Forschung auf dem Gebiet Autismus zu widmen. Im Jahr 1964 veröffentlichte er das Buch „Infantile autism: The syndrome and its implications for a neural theory of behavior.“ Wie aus dem Untertitel bereits hervor geht, widerspricht Rimland der Annahme, dass das Verhalten der Eltern Autismus auslöse und er spricht davon, dass Autismus zum einen angeboren sei und neurologische Ursachen habe. Wir sprechen vom Jahr 1964. Immerhin nahm damit die Ära der Schuldzuweisung an Eltern ein Ende.

Aus Berichten über Dr. Rimland konnte ich entnehmen, dass er der Gründer (oder Mitbegründer) des „US-Bundesverbandes Autismus“, nämlich der National Society for Autistic Children (NSAC) war, heute bekannt als Autism Society of America. Dies geschah bereits im Jahr 1965 und daher einige Jahre vor der Gründung des deutschen Bundesverbandes und hatte zum Ziel, dass betroffene Eltern neben moralischer Unterstützung nicht nur praktische Ratschläge austauschen konnten, sondern auch Erfahrungen dahingehend, welche Therapien funktionierten und welche nicht.

Der erste biomedizinische Therapieansatz, den Dr. Rimland untersuchte, war die Gabe von hoch dosiertem Vitamin B6 zusammen mit Magnesium. Einen ausführlicheren Aufsatz dazu können Sie auf dieser Website finden. Rimland veranlasste und/oder sammelte darüber insgesamt 22 Studien, darunter 13 doppelblind-kontrollierte Studien (wo also auch Placebos eingesetzt werden und nicht einmal der Arzt weiß, ob Placebos eingesetzt worden sind), die gezeigt haben, dass hoch dosiertes Vitamin B6 kombiniert mit Magnesium einem großen Teil der autistisch behinderten Kinder hilft. Als positive Auswirkungen wurden die Verbesserung der Sprache und der Aufmerksamkeit sowie die Verringerung von Schlafproblemen, Selbststimulation und Reizbarkeit genannt.

Defeat Autism Now!“ heißt in Etwa zu Deutsch: „Besiegt endlich den Autismus!“ Tatsächlich gibt es in den USA seit Mitte der 1990er Jahr das Forschungsprojekt „Defeat Autism Now!“. Neben Rimland gehörte der Arzt Dr. med. Sidney M. Baker und der Chemiker Dr. Jon Pangborn zu den Gründern dieses Bewegung und das Ziel war es, Fachleute und Experten aus den verschiedenen Gruppen von Symptomen, die beim Autismus eine Rolle spielen, an einen Tisch zu bringen. Dabei waren es vor allem Ärzte, Forscher und Experten, die sich mit biochemischen, immunologischen und gastroenterologischen Symptome im Zusammenhang mit Autismus beschäftigten.

Zwischenzeitlich finden zweimal im Jahr die DAN!-Fachtagungen (original: DAN!-Conference), die so gut besucht sind, dass zwischenzeitlich auch Stehplätze vergeben werden. Über die Anfänge als auch über die Motivation sagte Rimland am 19. November 2003 als Redner auf der DAN!-Conference:

1995 war der Beginn dessen, was heute vielerorts als eine Epidemie des Autismus betrachtet wurde. Es war jedoch augenscheinlich, dass viele autistisch behinderte Kinder bemerkenswerte Fortschritte zeigten, die sich allerdings nicht der Behandlung mit Medikamenten verdankten, sondern vielmehr Therapieformen, die gewöhnlich als „Alternative Medizin“ betrachtet werden. Viel zutreffender als alternative Medizin wäre jedoch die Umschreibung „Intelligente Medizin“.

Im Januar 1995 berief ich zusammen mit zwei geschätzten Kollegen, dem Kinderarzt Dr. Sidney M. Baker und dem Chemiker Dr. Jon Pangborn, welchen ich für den halte, der auf der Welt das größte Wissen in Bezug auf den Stoffwechsel von autistisch behinderten Kindern hat, die erste DAN!-Conference, zu der 30 sorgfältig ausgesuchte Ärzte und Wissenschaftler eingeladen wurden. Der Titel „Besiegt des Autismus JETZT!“ war eine Reaktion auf die Selbstgefälligkeit und die Trägheit, die bei der Gesundheitsbehörde und den Forschungseinrichtungen geradezu augenscheinlich war, während mit wenigen Ausnahmen, wo es darum ging, die Wirksamkeit von verschiedenen Medikamenten für autistisch behinderte Erwachsene zu testen, Forschung im Grunde genommen nicht statt fand.
[...]“

Das DAN!-Projekt war sicherlich auch Grundlage dafür, dass in der Folgezeit immer neue Erkenntnisse, die teilweise auch auf Zufällen beruhten wie zum Beispiel die Entdeckung von Sekretin in der Behandlung von autistisch Behinderten, allgemein bekannt wurden.